Am Mittwoch, dem 27. Oktober, öffnen sich endlich wieder nach langer Zwangspause die Portaltüren des Heylshofs für die »Kunst Pause«. Der Förderkreis lädt wieder ein zu Kunstgenuss und Kaffee. Eine kurze Führung rückt ein ausgewähltes Kunstwerk der qualitätvollen Sammlung des Museums Heylshof in den Vordergrund und endet bei Kaffee und anregenden Gesprächen.

Beginn: 13:00 Uhr
Treffpunkt: Foyer des Museums Heylshof
Teilnahmegebühr: 5 Euro (Mitglieder des Förderkreises: 1,50 Euro)

Es gilt die 3G-Regel und die Pflicht zur Besuchererfassung, z. B. mit luca-App
Informationen unter 06241 22000 oder 0179 6939074 oder per Mail: museumheylshof@online.de

Die Topografie der Stadt Worms ist bis heute durch die besondere Lage am Rhein und die Siedlungsgeschichte geprägt. Nachhaltig für das Zentrum waren vor allem die Römerzeit, die Bistumsgeschichte, die Rathausgeschichte und die Reformation.

Der Dom steht auf einem hochwasserfreien Platz des Hügellandes oberhalb des Rheintals. Hier befand sich auch das Forum der römischen Stadt. Seit dem frühen 7. Jahrhundert residierte an dieser Stelle ein Bischof, dem daher auch ein Kirchenbau und ein Hof zugeschrieben werden können.

In diesem Bischofshof verweigerte Martin Luther im April 1521den Widerruf seiner Schriften. Das Gebäude wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstört, sein barocker Nachfolgebau 1794 in den Revolutionskriegen.  Der reformierte Kaufmann Johann Cornelius II. Heyl erwarb die Ruine samt dem dazugehörigen Gartengelände im Jahr 1805. Seine Nachfahren errichteten 1884 ein repräsentatives Stadthaus, das 1945 teilweise zerstört und einstöckig wiederhergestellt wurde, das heutige Museum Heylshof. Die von Volker Gallé und Eichfelder konzipierte kleine Sonderausstellung der Stadt Worms (Kulturkoordination) „Hier stand er – Vom Bischofshof zum Heylshof“ erzählt die Geschichte dieses zentralen Wormser Ortes. Die Texte stammen von Gallé, Eichfelder und Maria Storf-Felden.

Seit 1868 steht nicht weit weg vom Museum Heylshof im ehemaligen Stadtgraben das Lutherdenkmal von Ernst Rietschel. Der Wormser Fotograf Rudolf Uhrig hat mittels eines Hubsteigers Nahaufnahmen der Figuren machen können, die ins Einzelne gehen. Dabei löst der Fotograf Details vom großen Ganzen, er fragmentiert, seziert. Assoziationen mit dem Film  „Blow up“ entstehen wenn die lange Brennweite das Wesentliche komprimiert, es von Vorder- oder Hintergrund trennt, es in einen Schleier von Formen, Strukturen, Muster, Linien und Farben bettet. Keinesfalls aber entrückt er das Sujet der Realität, es ist keine Manipulation, eher ein Changieren mit Interpretationen. Für das Lutherjahr hat das Museum unter dem Titel: „en détail. Das Lutherdenkmal – Fotografien aus ungewöhnlichen Perspektiven“ eine Auswahl an Uhrigs fotografischen Bildern für eine weitere kleine Sonderausstellung zusammengestellt.

Beide Ausstellungen, die in Kooperation mit den Nibelungenfestspielen gezeigt werden, sind vom 9. Juli bis zum 30.12.2021 im Museum Heylshof zu sehen. Öffnungszeiten: Di. - Sa. 14 - 17 Uhr und So. 11 - 17 Uhr. Mo. geschlossen. Eintritt 5 € / Studenten 2 € / Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei. Am ersten Sonntag eines Monats ist der Eintritt für alle frei.