Schwarz auf Weiß

Künstler sehen den Ersten Weltkrieg. Originalgrafiken von Künstlern wie Otto Dix, Max Beckmann und Théophile Steinlen.

Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg. Er beeinflusste nicht nur Politik und Gesellschaft, nicht nur das Leben des einfachen Bürgers, sondern auch die Kunst und das Schaffen der zeitgenössischen Künstler. Diesen thematischen Aspekt greifen das Museum Heylshof sowie das Museum der Stadt Worms im Andreasstift mit der gemeinsamen Sonderausstellung „Schwarz auf Weiß“ auf. Die beiden Häuser präsentieren grafische Werke bekannter Künstler wie Max Beckmann, Otto Dix und Théophile Steinlen. Ergänzt wird das Spektrum durch Filmausschnitte in Schwarz-Weiß, Fotografie sowie Graphic Novels.

schwarz-auf-weissDas zentrale Thema an beiden Orten ist die Visualisierung des Krieges und der Kriegserfahrung. Olaf Mückain, Kurator des Museums Heylshof und Wissenschaftlicher Leiter des Museums Andreasstift: „Die Arbeiten zeigen die ganze Bandbreite der Künstleremotionen, von Euphorie und ausgeprägter Identifikation mit dem Heimatland bis hin zu Erlebnishunger und einem heute naiv anmutenden Drang zum Selbstbeweis. Auf der anderen Seite sieht man gerade bei Dix‘ und Beckmanns späteren Werken eine existenzialistischere Haltung, die den Menschen und sein Verhalten bildkünstlerisch seziert, nicht aber moralisiert.“

Im Heylshof werden Originalgrafiken von Künstlern wie Otto Dix, Max Beckmann und Théophile Steinlen gezeigt. Die Lithographien und Radierungen zeigen in künstlerischer Verdichtung Schrecknisse des Krieges und seine Folgen für die Soldaten, aber auch die betroffene Zivilbevölkerung. Daneben gibt es „Genreszenen“ aus dem Alltag am Rande des Kriegseinsatzes und vereinzelte Typenbildnisse und individuelle Porträts. Eine Besonderheit bilden fünf Kleinskulpturen, die der deutsche Bildhauer Wilhelm Gerstel mit dem Taschenmesser in französischen Kriegsgefangenen-Lagern schuf. Manche grafische Darstellungen sind ausschnitthaft angelegt, viele jedoch bildmäßig komponiert. Bei Beckmann und Dix haben der Krieg und die Nachkriegszeit auch stilistische Folgen gezeitigt und zu einer deutlicher ausgeprägten eigenen Formensprache geführt.